
#9 Warum klatscht hier eigentlich keiner? – Über Grenzen, Motivation und diese Ultra-Faszination
Warum Menschen freiwillig an ihre Grenzen gehen, warum Ultra-Teams irgendwie alle ein bisschen speziell ticken und warum ein bisschen Applaus am Straßenrand manchmal mehr sein kann als man denkt.
Bereit · 12 Kapitel
Los geht’s mit: Begrüßung und lockerer Einstieg
Worum es geht
Warum tut man sich sowas eigentlich an? Genau diese Frage nehmen wir in dieser Folge auf – ausgelöst durch einen Kommentar zu unserem RAN-Video im Regen, in der Nacht und mit einem ziemlich poetischen Reh-Spruch.
Wir sprechen darüber, was Menschen an Ultracycling fasziniert: als Athlet:innen, als Betreuer:innen und manchmal auch als völlig übermüdete Menschen in einem Auto voller schlechter Witze. Es geht um Race Across America, Race Around Niederösterreich, Support Crews, Media Cars, müde Körper, leere Social Batteries und die Frage, warum man nach so einem Erlebnis trotzdem wieder über das nächste nachdenkt.
Außerdem geht es um Ziele, Grenzen, Scheitern, gute und schlechte Tage, Startnummern auf Helmen, zu wenig Applaus bei unglaublichen Leistungen und darum, warum selbst ein kurzer Moment am Straßenrand für Fahrer:innen riesig sein kann.
Kurz gesagt: eine Folge über Ultra-Faszination, Motivation, Wahnsinn mit System und die einfache Erkenntnis: Manchmal reicht ein Mensch mit Kuhglocke, damit es wieder weitergeht.
Shownotes
🎧 In dieser Folge
- Warum tut man sich Ultracycling eigentlich an?
- Der legendäre Reh-Spruch aus dem RAN-Video
- Was Betreuer:innen bei Ultra-Rennen antreibt
- Race Across America, Race Around Niederösterreich und andere Verrücktheiten
- Die Faszination von langen Distanzen
- Warum Support Crews so wichtig sind
- Media Car vs. Pace Car: unterschiedliche Rollen, gleiche Müdigkeit
- Was Schlafmangel und Dauer-Teamkontakt mit der Social Battery machen
- Warum ein gemeinsames Ziel Menschen verbindet
- No Human is Limited und was das mit uns macht
- Warum Scheitern nicht das Ende sein muss
- Martins Startnummer-am-Helm-Moment
- Danis traurige Zielbereich-Erkenntnis beim Ultracycling
- Warum mehr Menschen bei solchen Rennen an der Strecke stehen sollten
🦌 Das Reh springt hoch…
Natürlich durfte auch dieser Spruch nicht fehlen:
„Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht? Es hat ja Zeit.“
Entstanden beziehungsweise wieder ausgepackt irgendwo zwischen Dunkelheit, Regen, Funk und einem Achtung-Wild-Schild beim Race Around Niederösterreich.
🚴♂️ Warum macht man sowas?
Die kurze Antwort: weil es fasziniert.
Die längere Antwort: weil man wissen will, was möglich ist. Weil man Grenzen verschieben möchte. Weil man ein Ziel braucht, das groß genug ist, um Respekt davor zu haben. Und weil man manchmal erst unterwegs versteht, warum man überhaupt losgefahren ist.
🚗 Die Betreuerperspektive
Ultra-Rennen bestehen nicht nur aus Fahrer:innen.
Dahinter stehen Menschen im Pace Car, Media Car, Medical Team, an der Navigation, mit Essen, Kameras, Schlafmangel, schlechten Witzen und sehr viel Verantwortung.
Auch das ist Teil der Faszination: gemeinsam etwas möglich machen, das allein kaum funktionieren würde.
🔋 Social Battery leer
Was oft niemand sieht: Nach solchen Rennen ist nicht nur der Körper müde.
Auch der Kopf und die soziale Batterie sind irgendwann leer. Tage- oder stundenlang mit anderen Menschen auf engstem Raum unterwegs zu sein, ist großartig, aber auch richtig fordernd.
👏 Applaus am Straßenrand
Ein großes Learning aus der Folge:
Wenn irgendwo ein Ultra-Rennen an euch vorbeiführt, stellt euch hin, klatscht, ruft, läutet eine Kuhglocke oder feuert einfach irgendwen an.
Für euch ist es vielleicht nur ein kurzer Moment.
Für die Person am Rad kann es genau der Moment sein, der sie weiterträgt.
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