Wenn über das Race Across America berichtet wird, geht es fast immer um die Fahrerinnen und Fahrer, und das zu Recht. Was sie leisten, ist kaum vorstellbar, und jeder, der ins Ziel kommt, ist für uns ein Sieger. Aber bei einem Rennen mit Begleitung hängt der Erfolg zwangsläufig auch an der Crew. Ohne sie wären Zeiten wie der Rekord von Christoph Strasser, 7 Tage, 15 Stunden und 56 Minuten, schlicht unmöglich. Wir waren beide im Jahr davor Teil der Crew von Lukas Kaufmann, Dani im Pacecar, Martin im Media-Auto. Geblieben sind die Hitze am Anfang, die Kälte in den Rocky Mountains, der Schlafmangel und, wie Helmut aus dem Pacecar sagt, eine Truppe, die das gemeinsame Ziel zusammengeschweißt hat.
Wie so ein Rennen organisiert ist
2025 waren es rund 4.950 Kilometer quer durch die USA, und das über mehr als eine Woche. Deshalb gibt es neben dem Pacecar, das direkt hinter dem Fahrer fährt, ein Wohnmobil für die Crew, die gerade nicht dran ist. Wie man die Schichten einteilt, entscheidet jedes Team selbst. Manche haben eine Crew nur für den Tag und eine nur für die Nacht. Wir saßen jeweils acht Stunden im Auto und haben dann gewechselt, sodass die Schichten zwischen Tag und Nacht wanderten. Für die Crew ist das angenehmer, weil man nicht acht Tage nur im Finstern fährt, und mit den Schlafpausen ist es gut aufgegangen.
Während die aktive Crew hinter dem Fahrer fährt, fährt die passive im Wohnmobil voraus, mit zwei Fahrern, die sich abwechseln. Bei uns war sogar ein Koch dabei, damit man in der Pause keine Zeit verliert und einfach essen, duschen und schlafen kann, bis die nächste Schicht beginnt. Das Media-Auto hat dagegen einen ganz eigenen Rhythmus: Es muss berichten, was gerade passiert, und ist damit flexibler, aber auch weniger geregelt.
Acht Stunden Pause sind keine acht Stunden Pause
Klingt nach viel, ist es aber nicht. Nach der Schicht tauscht man sich erst einmal aus, weil die im Wohnmobil vom Fahrer wenig mitbekommen. Dann schnell daheim anrufen, ein paar Nachrichten beantworten, duschen, essen. Geschlafen wird in einem fahrenden Wohnmobil, bei bis zu 40 Grad, mit einer Klimaanlage, die nicht nachkommt. Geweckt wird man rechtzeitig vor dem Wechsel, weil man seine Sachen selbst zusammensuchen muss. Und wenn im Rennen etwas passiert, ist man auch in der Pause gefragt: Als bei uns ein Reifen an der Scheibe platt war, wurde unser Mechaniker mitten aus dem Schlaf geholt. Es sind Arbeitstage, und danach ist man alles andere als erholt.
Im Pacecar selbst sitzt man acht oder zwölf Stunden fest. Man steigt nur aus, um den Fahrer zu versorgen, und wenn er nicht aufs Klo muss, sitzt man eben auch drin. Von außen sieht das nach Autofahren aus. In Wahrheit hat man ständig Aufgaben, schaut, dass es dem Fahrer gut geht, fiebert mit und motiviert. Dazu kommen die Tage Vorbereitung davor und das Ausräumen danach, mit Kisten und Taschen voller Ausrüstung und Verpflegung.
Warum die Chemie entscheidet
Die Stimmung im Team überträgt sich auf den Fahrer, auch wenn er ein paar Meter vor dem Auto fährt. Wenn die Crew Spaß hat und einander unterstützt, merkt er das, und umgekehrt genauso. Es gibt Rennen, bei denen sich die Leute im Team nicht verstanden haben und einer einfach ausgestiegen und heimgeflogen ist. Das kann ein Rennen sogar beenden.
Dazu kommt, dass fast alle in so einer Crew ehrenamtlich dabei sind und sich dafür Urlaub nehmen, außer vielleicht Fotografen oder Videoleute. Das ist eine Art Aufopferung und gleichzeitig ein Erlebnis, das man nicht vergisst, auch wenn man nur einmal dabei war. Wer tagelang im selben Auto sitzt, führt tiefe Gespräche und lernt andere Ansichten kennen, und daraus entstehen Freundschaften, die über das Rennen hinaus halten. Für Dani war es eine Bereicherung fürs Leben.




