Dotwatching: wie man ein Ultrarennen live verfolgt

Stundenlang einem Punkt auf der Landkarte zuschauen: wo man den Tracker vom Race Across America findet, was Time Stations sind und warum dort manchmal eine Österreich-Fahne wartet.

· 2 Min Lesezeit · Dani & Martin
Zwei Hände halten ein Handy, auf dem eine Karte mit roter Streckenlinie zu sehen istFoto: Anzhelika Freudenthaler© Freudenthaler

Warum macht es so viel Spaß, stundenlang einem kleinen Punkt auf einer Landkarte zuzusehen? Jede Fahrerin und jeder Fahrer bei einem Ultrarennen trägt einen Tracker, und der zeigt sich auf der Karte als Punkt. Wer den verfolgt, betreibt Dotwatching, ist also Punktbeobachter. Dani verfolgt das Race Across America schon seit Jahren, lange bevor sie selbst im Betreuerteam dabei war, weil sie es einfach crazy findet, dass sich Leute aufs Rad setzen und quer durch einen Kontinent fahren. Wenn das Rennen läuft, schaut sie tagelang aufs Handy, wo wer gerade ist.

Wo man den Tracker findet

Die offizielle Seite des Race Across America ist raamrace.org. Über Google findet man sie schlecht, und sie sieht aus, als wäre sie seit Jahren unverändert. Martins Tipp: direkt zum Tracking-Anbieter gehen, auf trackleaders.com. Dort gibt es eine Liste von Events, darunter das RAAM, und ein Klick führt direkt zur Tracking-Seite. Am Tablet und am Laptop geht das gut, am Handy ist die Bedienung eine Katastrophe.

Auf der Seite sieht man die ganze Strecke quer durch die USA, rechts die Liste der Startenden und oben den Button „Leaderboard“. Bei jedem Punkt steht, wann das letzte Update kam. Die Einzelstarter sind zuerst unterwegs, die Teams starten später. Und man sieht, wann wer durch welche Time Station gekommen ist.

Was eine Time Station ist

Time Stations sind Punkte entlang der Strecke. Je nach Rennen meldet man sich dort oder der Tracker nimmt die Durchfahrtszeit automatisch. Für die Time Stations gibt es Karenzzeiten. Wer eine überschreitet, bei dem geht man davon aus, dass er das Ziel nicht mehr rechtzeitig erreicht, und dann muss er aufhören.

Wer sich darunter etwas Großes vorstellt, wird meistens enttäuscht. Beim RAAM fährt man durch die erste Time Station und merkt, dass da genau gar nichts ist. Manche sind aber richtig schön. In Ulysses, der ersten Time Station in Kansas, standen Leute mit einer Österreich-Fahne am Straßenrand, und das Media-Auto mit Martin ist abgebogen, um nachzusehen. Sie hatten sich in einer ehemaligen Feuerwehrzentrale eingerichtet, mit Bildschirmen, auf denen Tracker und Leaderboard liefen. Um die Führenden kümmern sie sich weniger, die rasen ohnehin vorbei. Für alle, die später kommen, und für die Crews gibt es eine Dusche, Kuchen und Kekse. Und sie haben eine Fahne für jedes Land der Welt, damit sie für jeden, der kommt, mit der richtigen hinausgehen können.

Also: Wenn wieder ein großes Rennen läuft, sucht euch einen Punkt aus und fiebert mit. Man muss nicht selbst Rad fahren, um mitzuzittern. Seid cool und schaut’s an Punkt an.

Dieser Beitrag beruht auf unserer Podcast-Folge. Gespräch und Inhalte sind von uns, beim Verschriftlichen hat KI geholfen, freigegeben haben wir ihn selbst.

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