# Mario Rametsteiner: seit 2020 im Pacecar, bis zum WM-Titel

> Wie Mario Rametsteiner, unser Teamchef beim Race Around Niederösterreich, über 400 Stunden im Pacecar saß und Lukas Kaufmann zum WM-Titel begleitete.

**Beitrag:** https://watt-the-f.com/journal/folge-22-mario-pacecar/ · 2026-08-28 · Dani & Martin

Dazu im Podcast: [#22 Über 400 Stunden hinterm Radfahrer – Mario über das Leben im Pacecar](https://watt-the-f.com/podcast/22-ueber-400-stunden-hinterm-radfahrer/)

Beim [Race Around Niederösterreich](https://watt-the-f.com/journal/ran-2026) war Mario Rametsteiner unser Teamchef, und für ihn war es der erste Sieg als Betreuer. Seit 2020 begleitet er Ultracycling-Rennen, viele davon im Team von Lukas Kaufmann, vom Race Around Austria bis zum Race Across America. Zehn Rennen in sechs Jahren sind es inzwischen, und als er nachrechnete, wie lange er dabei im Pacecar hinter einem Radfahrer hergefahren ist, war er selbst überrascht: über ein halbes Monat, 17,8 Tage oder weit über 400 Stunden. Beim Race Around Austria 2026 war er Teamchef, als Lukas Ultracycling-Weltmeister wurde. Selbst ist er Läufer und Rennradfahrer, beim [24-Stunden-Rennen in Grieskirchen](https://watt-the-f.com/journal/grieskirchen-24h-2026) war er mit uns im Viererteam.

Kennengelernt haben sich Mario und Lukas an der HTL in Leonding. 2020, im Covid-Jahr, in dem es nichts anderes gab als das Race Around Austria, fuhr Mario zum ersten Mal mit. Er saß als Pulvermensch in der zweiten Reihe und richtete die Getränke her, und gleich im ersten Rennen wäre ihm fast der ultimative Fehler passiert, weil er die falschen Tabletten erwischt hatte: Lukas hätte beinahe fünf oder sechs Magnesiumtabletten bekommen. Er hat es zum Glück selbst gemerkt. Am Ende dieses ersten Rennens durfte Mario mit ihm gemeinsam ins Ziel fahren, und daran erinnert er sich, als wäre es vor ein, zwei Wochen gewesen:

> Irgendwo, wenn es dann Gefühle gibt, bin ich schon nahe am Wasser gebaut, aber das war ganz extrem damals, wie wir da ins Ziel gekommen sind.

Danach ist er in immer neue Aufgaben hineingewachsen. Beim ersten Race Across America 2024 spielte er den Mechaniker, ein Jahr später baute er das Pacecar innen komplett elektrisch aus und richtete den Funk ein.

## Durch den Dreck

Im ersten Jahr lernte Mario vom damaligen Teamchef, worauf es in einer Crew ankommt: In diesen vier, fünf Tagen stellt man die eigenen Bedürfnisse nach hinten und ist für den Radfahrer da. Eine Prinzessin mit goldener Handtasche setzt man besser nicht ins Pacecar. Drei, vier Tage nicht duschen, stinken, kaum zum Zähneputzen kommen und während der Fahrt bei offener Tür ein kleines Geschäft erledigen, das gehört dazu. Als Betreuer muss man, wie Mario sagt, durch den Dreck gehen können und den Radfahrer trotzdem voll unterstützen. Über allem steht für ihn, den Athleten gesund und heil wieder ins Ziel zu bringen, wurscht, was für ein Ergebnis das dann ist. Allerhöchsten Respekt hat er vor Crews, deren Radfahrer nicht auf Sieg fährt, sondern aufs Durchkommen, beim Race Across America also elf, zwölf Tage lang.

## Ein Jahr für die WM

Für das Race Around Austria 2026 dauerte die Vorbereitung fast ein Jahr. Mario und Lukas stellten gemeinsam das Team zusammen, Ende November war das erste Teammeeting, und Mario kam mit einer relativ langen PowerPoint-Präsentation. Gedacht hat er sich dabei:

> Ja, schauen wir mal, ob sie mich jetzt auslachen oder ob sie es ernst nehmen.

Es folgten viele Treffen und ein Teambuilding-Wochenende, das Pacecar wurde mehrmals umgebaut, und beim Fahrsicherheitstraining des ÖAMTC konnten einige aus der Crew ausprobieren, wie es sich in mancher Situation verhält. Auch übermüdet muss man das Auto im Griff haben. Aus den Checklisten vom Race Across America wurden eigene für Österreich, und im Rennen war damit jede Pause durchdacht, egal ob Schlaf-, Dusch- oder Pinkelpause. Dani saß in dieser Crew. Wie sich die vier Tage für sie angefühlt haben, steht in [ihrem Bericht vom Race Around Austria](https://watt-the-f.com/journal/race-around-austria-2026-crew).

Ins Ziel kam das Team an einem Samstag in der Früh. Nach dem gemeinsamen Essen mit der ganzen Mannschaft, der Siegerehrung und wieder wenig Schlaf merkte Mario am Sonntagabend, wie alles abfällt. Er war richtig leer im Kopf und heilfroh, dass es gut gegangen ist. Weltmeister ist für ihn jeder, der im Team dabei war, auch die vier Medienmenschen:

> Ich glaube, den Titel haben wir uns einfach gemeinsam verdient.

## Die ganze Folge mit Mario

In Folge 22 erzählt Mario außerdem, warum er sich den Schlafmangel immer wieder antut und was das mit seinem ersten Marathon zu tun hat, was die Crew im Pacecar isst, warum dort Kaffee mit Kakao gemischt wird und welches Rennen ihn als Betreuer noch reizen würde. **[Hör dir Folge 22 mit Mario an](https://watt-the-f.com/podcast/22-ueber-400-stunden-hinterm-radfahrer/).**
