# Drei Fehler, die wir bei Einsteigern im Radsport sehen

> Unterwäsche unter der Radhose, niemanden fragen und zu viel zu schnell: Danis drei typische Einsteigerfehler. Dazu, warum Gegenwind im Training eigentlich eine Chance ist.

**Beitrag:** https://watt-the-f.com/journal/einsteigerfehler-radsport/ · 2026-07-10 · Dani & Martin

Dazu im Podcast: [#15 Vom Gardasee nach Grieskirchen – Radurlaub, Rennen & Reality Check](https://watt-the-f.com/podcast/15-vom-gardasee-nach-grieskirchen/)

Welche Fehler machen Einsteigerinnen und Einsteiger im Radsport? Dani ist nach eigenen Worten selbst noch am Anfang ihrer Radkarriere. Aufsteigen, einklicken und treten kann sie, aber es sind die Kleinigkeiten, die man erst nach und nach lernt: wie man den Radcomputer einstellt oder dass der richtige Reifendruck davon abhängt, ob es nass oder trocken ist und ob man auf Asphalt oder Schotter fährt. Aus ihrer Sicht, auch als Physiotherapeutin, sind es vor allem drei Fehler.

## 1. Unterwäsche unter der Radhose

Unter die Radhose gehört nichts. Unterwäsche reibt, und das kann sehr unangenehm werden. Also runter mit der Unterhose, und dann die Radhose wieder anziehen.

## 2. Allein vor sich hin fahren

Vernetzt euch. Sucht Gleichgesinnte, zum Beispiel in einem Verein, kommt ins Gespräch und fragt nach. Sonst kommt man auf viele Kleinigkeiten, die viel ausmachen, erst im Lauf der Zeit drauf.

Und an alle, die schon länger fahren: Helft denen, die anfangen. Freuen wir uns doch, dass mehr Leute diesen Sport lieben lernen. Gerade auf Social Media wird man als Einsteigerin oder Einsteiger schnell fertiggemacht, wenn man etwas nicht weiß. Wir sind alle nicht als Meister oder Meisterin vom Himmel gefallen, und manchmal muss man selbst auf die heiße Herdplatte greifen. Ehrliches, hilfreiches Feedback ist etwas anderes als jemanden fertigzumachen.

## 3. Zu viel, zu schnell und zu wenig Pause

Diesen Fehler hat Dani selbst nicht gemacht, sie sieht ihn aber bei vielen Patientinnen und Patienten. Am Anfang ist man übermotiviert, macht viel zu viel und regeneriert zu wenig. Es muss nicht gleich die 150-Kilometer-Tour sein. Sehnen und Gelenke müssen sich an die steigende Belastung erst gewöhnen, und Überlastung wiegt am Anfang besonders schwer. Lernt, auf euren Körper zu hören, er sagt ziemlich gut, wann Pause ist. Manchmal reicht eine Genusstour ohne Wattzahlen und Zonen, weil Sport zuerst einmal Spaß machen soll. Und wer gestern gefahren ist, darf heute auch einfach das Rad putzen.

Das gilt übrigens nicht nur für Einsteiger. Martin hat nach seinem Aquabike-Rennen in der Hitze anderthalb Wochen gar nichts gemacht, weil er einfach leer war. In den ersten Tagen wollte der Kopf noch, dann hat er auf den Körper gehört.

Alle drei Punkte hängen an etwas, das man zu schnell zu viel wollen nennen könnte: Wer sich nicht austauscht, kann schwer einschätzen, was realistisch ist. Und alle drei lassen sich leicht vermeiden. Eigentlich ist das Hausverstand, aber in der eigenen Situation ist man manchmal betriebsblind.

## Und dann ist da noch der Gegenwind

Dani fuhr nach der Arbeit auf dem Donauradweg zum Kraftwerk und zurück. Hin zeigte der Radcomputer 44 km/h, in ihrem Grundlagenbereich. Zurück trat sie mit rund 270 Watt und kam auf 19 km/h, fast im Stand. Ein E-Biker, den sie vorher überholt hatte, war froh über ihren Windschatten. Solche Momente sind psychisch die mühsamsten, gerade wenn man vorher so zügig unterwegs war.

Dani sieht Gegenwind im Training als Chance, ihre mentalen Fähigkeiten zu stärken und sich nicht frustrieren zu lassen. Denn im Rennen kann man sich das Wetter auch nicht aussuchen, und der Wind ist für alle gleich. Man muss ihn nicht lieben, aber man kann ihn akzeptieren: Es ist gerade so, und man lernt, damit umzugehen. Nüchtern betrachtet bringt man ja dieselbe Leistung, man ist nur langsamer.

Mit dem Regen geht es ihr inzwischen ähnlich. Vor ihrem Urlaub fuhr sie bei schönstem Wetter los, dann kamen ein paar Tropfen, und statt sich zu ärgern, dachte sie sich, dass es wurscht ist und sie gleich das Fahren im Regen üben kann. Fünf Minuten später schien wieder die Sonne. Hätte sie sich darüber aufgeregt, wäre das Training sicher nicht so lässig gewesen.
